Die Verfassung definiert Ehe als zwischen einem Mann und einer Frau. Ein Gesetz von 2021 verbietet die „Förderung“ von Homosexualität bei Minderjährigen. Die rechtliche Geschlechtsänderung wurde 2020 verboten. Die Situation hat sich unter der aktuellen Regierung erheblich verschlechtert.
Budapest ist eine wunderschöne Stadt, die für schwule Reisende eine ganz besondere Anziehungskraft hat. Ungarns Gesetze für LGBTQ+-Personen haben sich seit 2010 erheblich verschlechtert. Die Regierung unter Orbán hat die Rechte von LGBTQ+-Personen eingeschränkt, gleichgeschlechtliche Adoptionen verboten, die Geschlechtsanerkennung erschwert und 2021 ein „Kinderschutzgesetz“ verabschiedet, das die Darstellung von LGBTQ+-Inhalten für Minderjährige unter 18 Jahren verbietet. Sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern sind legal und es gibt eingetragene Lebenspartnerschaften, doch das politische Umfeld wirkt zunehmend feindselig.
Trotzdem lebt die schwule Szene Budapests weiter. Die berühmte Thermalbadkultur der Stadt – Budapest liegt auf Thermalquellen und verfügt über Dutzende historischer öffentlicher Bäder – hat schon lange spezielle, bei Schwulen beliebte Orte hervorgebracht.
Orte der schwulen Szene
Die schwule Szene Budapests verteilt sich über das Stadtzentrum; sie beschränkt sich nicht auf ein einziges Viertel. Die meisten Lokale befinden sich in Pest (der flacheren, östlichen Seite der Stadt).
CoXx Men's Bar ist der langjährige Flaggschiff-Treffpunkt. Why Not Café Bar ist der beliebte Cocktail-Spot. Action Bar zieht die Cruising- und Leder-Community an. Funny Carrot bedient die kleinere Szene unter der Woche.
Das Budapester Nachtleben ist nach europäischen Maßstäben berühmt günstig. Getränke kosten nur einen Bruchteil dessen, was man in Wien oder Berlin zahlen würde.
Bei Schwulen beliebte Thermalbäder
Die Thermalbäder sind ein unverzichtbares Erlebnis in Budapest. Mehrere davon sind an bestimmten Tagen bei Schwulen sehr beliebt:
Das Király Bath (ursprünglich aus der türkischen Ära, historisch nur für Männer) ist das berühmteste und bei Schwulen beliebteste. Die Atmosphäre ändert sich je nach Tag und Uhrzeit; hier wird seit Jahrzehnten aktiv gecruist.
Das Rudas Bath ist ein weiteres historisches türkisches Bad mit traditionellen Männertagen (typischerweise an Wochentagen). An diesen Tagen ist es bei Schwulen beliebt.
Das Gellért Bath und das Széchenyi Bath sind die größeren, touristischeren Bäder. Sie ziehen gemischte Besucherscharen an, sind weniger explizit schwul codiert, aber dennoch einladend.
Die Badetikette – erst Handtuch und Dusche, dann Badekappe, wo vorgeschrieben, und die Umkleidekultur – ist Teil des Erlebnisses. Die Geschichte des Cruisings in Budapests Badehäusern ist ein echter Teil seiner schwulen Identität.
Budapest Pride
Budapest Pride findet Mitte Juli statt. Die Parade führt durch das zentrale Pest, meist beginnend am Heldenplatz. Die Teilnehmerzahlen erreichen 30.000-50.000, was angesichts des politischen Klimas beachtlich ist. Die Parade sah historisch Gegendemonstrationen und benötigte starken Polizeischutz.
Budapest Pride bleibt ein bedeutender Akt der LGBTQ+-Sichtbarkeit in einem zunehmend schwierigen politischen Umfeld. Internationale Unterstützung und Teilnahme sind in den letzten Jahren gewachsen, teilweise als Reaktion auf die politische Situation.
Unterkunft
Übernachten Sie im zentralen Pest (Bezirk V) für gute fußläufige Erreichbarkeit. Das Aria Hotel Budapest, das Hotel Moments und das Four Seasons Gresham Palace sind schwulenfreundliche gehobene Optionen. Budapest bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis; zentrale Boutique-Hotels kosten 100-200 € pro Nacht.
Essen und Kultur
Die ungarische Küche bedeutet Gulasch (die echte Version ist eine Suppe, kein Eintopf, wie anderswo bekannt), Paprikás Csirke (Hühnerpaprikasch) und Lángos (frittiertes Fladenbrot). Für gehobene Küche probieren Sie Comme Chez Soi, Borkonyha Winekitchen oder Costes.
Neben dem Essen gibt es das Parlamentsgebäude, die Budaer Burg, die Kettenbrücke, die Fischerbastei, den Heldenplatz, die Große Synagoge (die größte Europas) und das Haus des Terrors.
Beste Reisezeit
Mitte Juli ist Pride-Zeit. Mai–Juni und September–Oktober bieten ideales Wetter. Kommen Sie im Dezember für stimmungsvolle Weihnachtsmärkte und Thermalbäder im Schnee.
Häufig gestellte Fragen
Die rechtliche Situation Ungarns in Bezug auf LGBTQ+-Rechte ist komplex. Budapest selbst pflegt jedoch eine liberalere Haltung, und die Gay-Szene existiert seit Jahrzehnten offen. Besucher finden in der Stadt eine einladende Gemeinschaft.
Der VII. Bezirk, bekannt als das Jüdische Viertel, ist historisch das Herzstück von Budapests Gay-Szene, zentriert um die Kazinczy Straße. Die Innenstadt von Budapest (VII. und VI. Bezirk) bietet ebenfalls Gay-freundliche Locations und Unterkünfte.
Der Budapest Pride findet jedes Jahr im Juli statt und erstreckt sich typischerweise über eine Woche mit Partys, kulturellen Veranstaltungen und einer Hauptparade. Sommer-Pride-Partys und Circuit-Events sind im Juli üblich, und einige Locations veranstalten das ganze Jahr über regelmäßige Gay-Nächte oder Themenpartys.
Der VII. Bezirk bietet mehrere Gay-Bars wie Any Bar, Alterego und Szex Bar. Die Nachtlebenszene ist fließend, mit Locations wie dem Club Menagerie, die zeitweise geöffnet sind oder Themenabende veranstalten.
Das Jüdische Viertel (VII. Bezirk) bietet Boutique-Unterkünfte, und die Innenstadt von Budapest (V. und VI. Bezirk) verfügt ebenfalls über Gay-freundliche Locations und Unterkünfte. Der Reiseführer nennt keine spezifischen LGBTQ+-Hotels.
Mehrere öffentliche Thermalbäder wie Széchenyi und Gellért sind bei schwulen Besuchern beliebt. Obwohl es keine reinen Gay-Orte sind, stellen sie einen wichtigen Teil der ungarischen Kultur dar und werden von allen demografischen Gruppen genossen.
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